Am Vorabend des 1. Mai 2026 konnte Herbert Bühner, stellvertretender Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Steinfurt, zahlreiche Kolleginnen und Kollegen sowie Gäste aus der Kommunalpolitik und von befreundeten Organisationen zum Arbeitnehmerempfang im Stadtparkrestaurant Rheine begrüßen.

Er ging auf aktuelle Forderungen aus dem Lager neoliberaler Wissenschaftler und Unternehmer ein und fasste diese unter dem Schlagwort "Vorwärts in die Vergangenheit!" zusammen. In ihrer Abwehr sehe er im Augenblick die wichtisgte Aufgabe der Gewerkschaftsbewegung.




Die UHUs begleiteten die Veranstaltung mit traditionellen Liedern der Arbeiterbewegung und trugen damit wesentlich zur guten Stimmung des Abends bei.

Philip Hering, Leiter des IGBCE-Bezirks Ibbenbüren, hielt die Mairede. Angesichts der keinesfalls zufriedenstellenden Situation der Gesamtwirtschaft in der Bundesrepublik forderte er ein deutlich stärkeres industriepolitisches Engagement.



Auf die augenblicklichen Probleme der sozialen Sicherungssysteme eingehend, erklärte er, diese seien keinesfalls darauf zurückzuführen, dass die Leistungsempfänger zu viel forderten. Die wachsende Ungleichheit der Vermögen zeige vielmehr, dass der erarbeitete Wohlstand ungerecht verteilt werde. Zur angemessenen finanziellen Ausstattung des Sozialstaates müsse vor allem eine gerechtere Besteuerung hoher Einkommen und Vermögen beitragen. 


Tanja Brink (verdi), Vorsitzende des Personalrats der Stadtverwaltung Ibbenbüren, betonte die Bedeutung des öffentlichen Dienstes für die den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Es bedürfe einer verstärkten Personalausstattung, damit kein Verlust des Vertrauens in demokratische Institutionen entstehe.

Martin Gütgemann (GEW) wies darauf hin, dass in nächster Zeit der gesetzliche Anspruch auf schulische Ganztagsbetreuung ausgeweitet werde, was verstärkte Anstrengungen im Bereich der Bildungsfinanzierung erfordere. Die Gewerkschaften seien hier gefordert, entsprechend aktiv zu werden.




Das "Nichtrentnerlied" verdeutlichte, dass - anders als bei Udo Jürgens seinerzeit vorhergesagt - der Stress mit 66 Jahren noch lange nicht vorbei ist, wenn die geforderte Anhebung des Renteneintrittsalters Wirklichkeit werden sollte.


Im Hintergrund der Veranstaltung wurden DGB-Maiplakate aus den Jahren 1949 bis 2076 präsentiert. Diese zeigten das breite Spektrum der Ziele und Aktivitäten des Deutschen Gewerkschaftsbundes, in deren Mittelpunkt immer die arbeitenden Menschen standen.
Zum Ausklangl stärkten sich die Versammelten mit einem gemeinsamen Imbiss, tauschten Erinnerungen aus alten Zeiten aus und besprachen das, was morgen zu tun sei.



"Zeig mir deine Eltern und ich sage dir
was du wirst"



Dr. Keneth Rösen
Zur diesjährigen Jahreshauptversammlung des GEW-Kreisverbandes Steinfurt hatte das Leitungsteam Dr. Keneth Rösen, Referent des GEW-Landesverbands, eingeladen. Er referierte zum Thema „Zeig mir deine Eltern und ich sage dir was du wirst... zum Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungserfolg“. Roesen berichtete von ungleich verteilten Vermögen und Einkommen, die die frühkindliche Entwicklung und insbesondere die Bildungschancen massiv prägten. Die sprachlichen Fähigkeiten würden in den ersten fünf Lebensjahren herausgebildet, hier müsse daher die Frühförderung ansetzen. Daher sei ein möglichst früher Kita-Besuch besonders wichtig.



  Birgit Buthe (l.) und Monika Kaymaz (r.) vom Leitungsteam ehrten sechs Jubilarinnen und Jubilare für langjährige Mitgliedschaft: (v.l.) Jutta Baumhold, Miriam Brünink, Ludger Bubenitschek, Veith Biedermann, Ekkehard Böhm und Ursula Baar.




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